04.09.2017
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Ich habe Meerweh. Eigentlich immer und stets und ständig. Ich brauche nicht lange darüber nachzudenken, wo ich in diesem Moment am liebsten sein wollen würde, denn gleich einen Zugvogel nach Süden, würde es mich sofort an die Ostsee ziehen. Das Meer, der Strand und die Luft sind für mich Freiheit und Heimat zugleich. Am Meer fühle ich mich angekommen, ruhe in mir und bin glücklich.

Mindestens einmal im Jahr muss ich deshalb den Sand unter meinen Füßen spüren und auf langen Strandspaziergängen den Blick auf das bunte Gemisch von Wasserpflanzen, Muscheln und Steinchen richten, dass durch die Wellen unaufhaltsam angeschwemmt wird. Irgendwann werde ich vielleicht auf diese Weise einen Bernstein finden. Bis dahin heißt es, ja nichts übersehen.

Alma liebt das Meer und den Strand ebenso wie ich. Entlang des Sommerspülsaumes, dort, wo der Sand durch die Wellen immer etwas nass und verfestigt ist, fängt sie an, zu toben und zu rennen. Am Meer gelingt es ihr loszulassen und ihrer unbeschwerten Seite mehr Raum zu geben.

 

Frau Alma am Weststrand

 

Letztes Wochenende war es dann für uns endlich soweit. Zusammen mit einem Rudel aus insgesamt vier Hunden und vier Zweibeinern fuhren wir nach Zingst. Um möglichst spontan und mit großem (Hunde)Rudel verreisen zu können, entschieden wir uns, auf einem Campingplatz unsere Zelte aufzuschlagen. Der Campingplatz am Freesenbruch, kurz vor dem Zingster Ortseingang, erfüllt so ziemlich jedwede Erwartung an eine Campingmöglichkeit. Die Stellplätze sind großzügig geschnitten und idyllisch gelegen. Der Strandaufgang ist nur einen Steinwurf entfernt und neben den gepflegten Sanitäranlagen gibt es auch einen gut sortierten Laden des täglichen Bedarfs und warmen Brötchen am Morgen. Darüber hinaus empfanden wir den Campingplatz als überaus hundefreundlich. Kotbeutel-Spender sind ebenso ausreichend aufgestellt wie Mülleimer. Für strandverrückte Hunde gibt es sogar eigens eine extra Hundedusche, um Pelz und Pfoten vom Sand zu befreien.

Am Samstag und Sonntag nutzen wir jeweils den Vormittag bis zum Mittag für einen ausgedehnten Spaziergang am Weststrand kurz vor dem Ortseingang Ahrenshoop. Dazu parkten wir das Auto auf dem Parkplatz Drei Eichen. Durch den Darßer Urwald ging es dann ca. 800 Meter bis hin zu den Dünen des Strandaufganges. Der Weststrand ist kein offizieller Badestrand, sodass man auf keine Strandkorbsiedlungen trifft. Dafür gibt es jede Menge Windflüchter, Treibgut und zahlreiche vom Meer „angenagte“ Küstenabschnitte, die jeden Spaziergang zu einem einmaligen Erlebnis werden lassen. Wer nach dem Spaziergang noch Lust hat, Ahrenshoop zu erkunden, der sollte unbedingt beim liebevoll eingerichteten Hundelädchen Urlaubsfutter vorbeischauen. Dort gibt es nicht nur hochwertiges Dosenfutter, und Verpflegung für Freunde der artgerechten Rohfütterung, sondern auch ausgefallende Halsbänder, Leinen und Hundebetten der Marken Cloud7, Isartau, Suchtrupp, Treusinn und Hunter. Die Beratung ist einfach nur toll und man fühlt sich schon beim Betreten des Ladens sehr willkommen.

Nach unserem Strandspaziergang entschieden wir uns am Samstag, nach Born zu fahren, um direkt am Boddenhafen einen köstlichen und frisch zubereiteten Backfisch zu essen. Zugegeben, die Bedienung hätte etwas freundlicher sein können, aber der direkte Blick auf die vorbeifahrenden Zeesenboote entschädigt für so ziemlich alles. Wer auf Blick und Ambiente nicht verzichten möchte, aber kein Freund der gepflegten Backfischkultur ist, der kann direkt daneben im Walfischaus einkehren und mit Kaffee und Kuchen die Sonne auf der, von Bauernblumen umgebenen, Terrasse genießen.

 

Backfisch und Waldfischhaus in Born am Bodden

 

So sehr Frau Alma auch die Ostsee liebt, gestern Abend war die Oma dann doch mehr als geschafft und hat die Rückfahrt komatös in ihrem Bett verschlafen. Heute morgen hat sie seit langem einmal wieder besonders laut und langanhaltend geträumt. Ich bin mir sicher, dass es vom Meerweh kam.

 

 

 

Eure Anja und Frau Alma 

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